

Hans Ostapenko schuf am Bahnhof Bad Aussee eine Rauminstallation die unmittelbar zu aktuellen und persönlichen Geschehnissen in der Ukraine entstanden ist.
Warten im Ungewissen. Die Rauminstallation im Bahnhofsgebäude entstand nach der erschütternden Nachricht, die Hans Ostapenko von seiner Mutter erhielt: Sein jüngerer Bruder Konstantin, der in der Ukraine an der Front verwundet wurde, ist als vermisst gemeldet, jeglicher Kontakt zu ihm ist abgebrochen. Konstantin wurde 2023 in die ukrainische Armee eingezogen und diente seit Anfang 2024 als Marinesoldat am Fluss Dnipro in der Region Cherson.
Zu Beginn seiner Residency am Bahnhof Bad Aussee hatten Hans und Konstantin noch regelmäßigen Kontakt. Hans berichtete seinem Bruder noch von der wunderschönen Umgebung der Kulturhauptstadt, in der er sich auf sein neues Projekt vorbereitete. Um sich von den Kriegsgeschehnissen abzulenken, erzählte Konstantin nur das Wichtigste aus seinem Alltag aber wollte stets mehr darüber erfahren, wie es Hans ging und womit er sich beschäftigte. Die beiden Brüder tauschten Videonachrichten aus und erinnerten sich an ihre Kindheit. Kurz nachdem Hans Ostapenko seinem Bahnhofsraum einzurichten begann, erreichte ihn die Nachricht dass sein Bruder als vermisst gilt. Seit diesem Moment hat das Warten im Bahnhof für ihn eine tiefgreifend veränderte Bedeutung. Tag für Tag erschuf Hans Ostapenko als emotionalen Rückzugsort diesen Raum als Ausdruck des emotionalen Chaos und der Unsicherheit, der das Verschwinden seines Bruders umgibt.Ein 13 Quadratmeter großer, knapp 4 Meter hoher Büroraum, umgestaltet wie ein Labyrinth, dient als Begegnungsort. Zwei Mobilfunkgeräte kommunizieren miteinander und senden Videobotschaften, die die Interaktion dokumentiert. Ein Aufstieg im Zentrum dient als Erhöhung über die räumliche Situation.
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© Hans Ostapenko